Bayerische Demenzwoche: Kostenlose Schulungen für pflegende Angehörige
Von 18. bis 27. September 2026 läuft die Bayerische Demenzwoche unter dem Motto „Festhalten, was verbindet".

Laut Angaben von Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach werden derzeit 83 Prozent der rund 630.000 pflegebedürftigen Menschen im Freistaat zu Hause betreut — Tendenz steigend. Für Therapeuten, die aufsuchend arbeiten, ist das ein relevanter Praxisbezug: Wer Hausbesuche macht, betreut regelmäßig Patienten mit kognitiven Einschränkungen und deren Angehörige als Hauptpflegepersonen. Die Aktionswoche bietet konkrete Schulungsangebote, die den Therapeutenalltag erleichtern können.
Demenzwoche: Termine und AOK-Schulungsprogramm
Die AOK Bayern bietet in Kooperation mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zwei kostenlose Angebote an: die Präsenzschulung „Hilfe beim Helfen" sowie den Online-Pflegekurs „Menschen mit Demenz". Beide Programme vermitteln Grundlagen zum Krankheitsbild und Strategien für den Umgang mit Betroffenen. Regionale Auftaktveranstaltungen finden am 19. September in der Stadtbibliothek Erlangen, am 21. September in Herzogenaurach und am 22. September in Eckental statt. Die Caritas-Sozialstation Ingolstadt organisiert am 19. September einen Pflegekurs in der Caritas-Tagespflege Ringsee mit Themen wie Therapiemöglichkeiten und Entlastungsstrategien für Familien.
Die Infrastruktur dahinter: Bayern unterhält derzeit 59 Pflegestützpunkte, rund 100 Fachstellen sowie 3.860 Angebote zur Unterstützung im Alltag, getragen von etwa 13.500 ehrenamtlichen Helfern. Über das Förderprogramm „Pflege im sozialen Nahraum" wurden seit 2020 insgesamt 10.471 Pflegeplätze mit 486,6 Millionen Euro gefördert. Die Prognosen zeigen: Bis 2050 werden in Bayern mindestens 980.000 Pflegebedürftige erwartet.
Relevanz für die aufsuchende Physiotherapie
Die Demenzwoche ist für mobile Physiotherapeuten aus zwei Gründen relevant. Erstens: Angehörige, die als Pflegepersonen geschult sind, kooperieren im Alltag besser mit dem Therapeuten — sie verstehen Übungsanleitungen schneller und setzen Therapieziele zwischen den Behandlungsterminen zuverlässiger um. Zweitens: Gerade bei Patienten mit kognitiven Einschränkungen ist die enge Abstimmung zwischen Therapeut und Pflegeperson ein entscheidender Faktor für den Therapieerfolg im häuslichen Umfeld. Die Schulungsangebote der AOK und der Caritas bieten genau diese Basis.
Hinweis: Markt intern thematisiert in einem aktuellen Beitrag Steuervorteile für pflegende Angehörige, darunter Pauschbeträge und Absetzbarkeit. Ob und inwieweit diese steuerlichen Erleichterungen für die eigene Patientenklientel relevant sind, lässt sich dem vorliegenden Quellmaterial nicht abschließend entnehmen.
To-do für die Praxis
Prüfen Sie, ob Patienten mit Demenzdiagnose in Ihrem Bestand pflegende Angehörige haben, die von einer Schulung profitieren könnten. Informieren Sie diese über die kostenlosen AOK-Angebote „Hilfe beim Helfen" und den Online-Pflegekurs „Menschen mit Demenz". Klären Sie bei der AOK Bayern die Anmeldefristen und Teilnahmevoraussetzungen. Nutzen Sie die regionalen Termine in Erlangen, Herzogenaurach, Eckental oder Ingolstadt, um Kontakte zu den örtlichen Pflegestützpunkten herzustellen — diese sind oft eine wertvolle Anlaufstelle für Kooperationen im aufsettingen Versorgungskontext.