Versorgungslücken bei der häuslichen Pflege: Warum Medicare oft nicht ausreicht
Nach einem Bericht von 24/7 Wall St.

Wenn die Kasse nur „intermittent" zahlt – was ein US-Bericht über die Versorgungslücke offenlegt
deckt die US-Medicare-Versicherung häusliche Pflege ausdrücklich nur als intermittierende Fachleistung ab: maximal acht zusammengerechnete Stunden pro Tag, 28 Stunden pro Woche, in Ausnahmen bis zu 35 Stunden. Die mediane Rechnung für nicht-medizinische Hilfe liegt laut CareScout Cost of Care Survey 2025 (veröffentlicht im März 2026) bei 6.673 US-Dollar pro Monat – bei 44 Wochenstunden zu einem Stundensatz von 35 US-Dollar. Die strukturelle Lücke zwischen genehmigter Frequenz und tatsächlichem Bedarf greift auch in der mobilen Therapie nach Klinikaufenthalt.
Was Medicare unter „home health" versteht – und was nicht
Laut 24/7 Wall St. muss der Versicherte an den Haushalt gebunden sein, eine qualifizierte Fachleistung benötigen, eine ärztliche Verordnung vorlegen und eine zertifizierte Agentur nutzen. Unter Original Medicare fallen für diese Leistungen keine Zuzahlungen an. Was die Regelung nicht abdeckt: Rund-um-die-Uhr-Betreuung und alleinstehende Custodial Care – also Körperpflege, Anziehen, Toilettengang, Mahlzeiten, Haushalt und Aufsicht.
Wo die Versorgung endet
Der Bericht benennt einen Mechanismus, der auch in der mobilen Therapie greift: Medicare kann begrenzte Aide-Stunden hinzufügen, aber nur solange parallel eine Fachleistung läuft. Sobald die Fallführung endet, fällt die Hilfskomponente in der Regel weg – selbst wenn die Patientin sich nicht sicher duschen kann. Die persönliche Sparquote lag laut BEA im zweiten Quartal 2026 bei 2,8 Prozent; eine Rentenanpassung im niedrigen einstelligen Prozentbereich verschiebt eine Rechnung über 6.673 US-Dollar nicht. Medicaid-HCBS-Waiver, Pflegetagegeldversicherung und VA Aid and Attendance können Teile der Lücke füllen – ein einzelner Hebel ersetzt die Versorgung jedoch nicht.
Konkrete To-dos für die mobile Therapie
- Vor der ersten Einheit den schriftlichen Behandlungsplan prüfen: Welche Leistungen sind genehmigt? Wie viele Einheiten pro Woche? Welcher Zeitraum ist abgedeckt?
- Im Bericht an die Krankenkasse festhalten, welche Bedarfe außerhalb der Verordnung bestehen – diese Dokumentation schützt im Fall einer Wirtschaftlichkeitsprüfung.
- Patienten und Angehörige vor der ersten Einheit über den Unterschied zwischen verordneter Therapie und häuslicher Betreuung aufklären – klare Worte verhindern Folgekonflikte.
- Frequenzbegründung für jede Folgeverordnung lückenlos dokumentieren: Therapieziel, Verlauf und Notwendigkeit der höheren Frequenz.